Was ist Autismus?

Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die charakterisiert ist durch:

Übersicht über die Klassifikation entsprechend ICD-10:

ICD-10 – Kategorien:

Synonyme (gleichbedeutende) Begriffe:

F84.0 Frühkindlicher Autismus


F84.1 Atypischer Autismus

- Kanner-Syndrom
- Infantiler Autismus

- Frühkindliche Psychose
- Autistische Störung

F84.5 Asperger-Syndrom

- Autistische Psychopathie
- Schizoide Störung des Kindesalters

 

Die Leitsymptome zur Diagnose des Autismus lassen sich in drei Teilbereiche einteilen:

1. qualitative Auffälligkeiten der gegenseitigen sozialen Interaktion,
2. qualitative Auffälligkeiten der Kommunikation und Sprache und
3. repetitive, restriktive und stereotype Verhaltensmuster, die im folgenden detaillierter dargestellt werden:

1. Qualitative Auffälligkeiten der gegenseitigen sozialen Interaktion:

* Unfähigkeit, soziale Interaktionen durch nicht-verbales Verhalten zu regulieren (Blickkontakt, soziales Lächeln, subtiles Minenspiel, mimischer Ausdruck von Gefühlen; interaktionsbegleitendes Minenspiel fehlt weitgehend),
* Unfähigkeit, Beziehung zu Gleichaltrigen aufzunehmen (ausgeprägter Mangel an Interesse an anderen Kindern, an Phantasiespielen mit Gleichaltrigen, fehlende Reaktion auf Annäherungsversuche anderer, Unfähigkeit, Freundschaft einzugehen),
* Mangel an geteilter Aufmerksamkeit oder Freude (andere werden nicht auf Dinge gelenkt, um sie daran zu interessieren),
* Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit (Annäherungsversuche des Kindes und seine Reaktionen in sozialen Situationen unangemessen oder unpassend, Gefühlsäußerungen, wie jemanden zu trösten, fehlen, andere Personen scheinen wie Gegenstände benutzt zu werden).

2. Qualitative Auffälligkeit der Kommunikation und Sprache:

* Bei der Hälfte der Kinder mit frühkindlichem Autismus entweder keine oder unverständliche Sprache.
* Keine Kompensation der mangelnden Sprachfähigkeiten durch Mimik oder Gestik, kein spontanes Imitieren der Handlungen anderer, insbesondere bei Kindern unter 4 Jahren, später kein spontanes oder phantasievolles Spielen bzw. Symbolspielen.
* Stereotype, repetitive oder idiosynkratische sprachliche Äußerungen (neologische Wortbildungen, Vertauschung der Personalpronomina, verzögerte Echolalie, kein sprachlicher Austausch im Sinne einer informellen Konversation).

3. Repetitive, restriktive und stereotype Verhaltensmuster:

* Ausgedehnte Beschäftigung mit stereotypen, ungewöhnlichen Handlungen und eng begrenzten Spezialinteressen (zwanghaftes Festhalten an nicht-funktionalen Handlungen oder Ritualen, extrem ängstliche oder beunruhigte Reaktion bei Unterbrechen dieser Handlung),
* Stereotype und repetitive motorische Manierismen (Drehen oder Flackern der Finger vor den Augen, Schaukeln, Auf- und Abhüpfen),
* Beschäftigung mit Teilobjekten oder nicht-funktionellen Elementen von Gegenständen (ungewöhnliches Interesse an sensorischen Teilaspekten wie am Anblick, Berühren, an Geräuschen, am Geschmack oder Geruch von Dingen oder Menschen).

Eine ausführlichere Beschreibung des Autismus finden Sie auf den Seiten des Bundesverbandes.